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Nachtpottspuuk

Originaltitel: Bodschamperlspuk

Ländlicher Schwank von Ralph Wallner. Aus dem Bayrischen ins Plattdeutsche übertragen von Heino Buerhoop

Zum Stück

Der Dusterhoff steht schon seit Jahrzehnten leer. Schließlich soll es dort spuken. Langfinger-Jann und sein Sohn Abstauber-Fritz, arme Landstreicher und gerissene Taschendiebe, nehmen den Hof trotzdem als Übernachtungslager in Anspruch. Dass zur gleichen Zeit Minna und Gila, zwei Freundinnen aus dem nahegelegenen Dorf, dort eine Wunschzettel- Geisterbeschwörung planen, war natürlich nicht abzusehen.

Aber in der Zeit der Raunächte (zwischen Weihnachten und Heilige drei Könige) sollen dann Wünsche, die auf einen Zettel geschrieben und in einem magischen Gefäß deponiert werden, in Erfüllung gehen. Das umherstehende Bodschamperl, ein alter Nachttopf, kommt da gerade recht. Gila, die weder Schnupftabak noch Schnaps verabscheut, und Minna, die bei Fritz gehörigen Eindruck hinterlässt, veranstalten eine turbulente Wunschzettel- Aktion.

Braumeister Malz-Berni und die Bäuerin Gesine vom Sünnhoff haben beide ihr eigenes Interesse am leer stehenden Dusterhoff. Der naive Brauknecht Tschacko und die eingebildete Dorflehrerin Heidi Amsel kommen sich in unerwarteter Weise sehr nahe. Jann holt allerdings bald seine Vergangenheit ein, und Fritz muss erfahren, dass vieles in seinem Leben nicht so ist, wie es scheint. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn wird auf eine harte Prüfung gestellt. Da muss der gute Geist vom Dusterhoff etwas nachhelfen – und dabei den einen oder anderen Wunsch erfüllen.

Inhalt für das Programmheft

Im Dusterhoff spukt es. Das glauben zumindest Minna und ihre Freundin, die den verlassenen Hof für ihren Wunschzauber ausgewählt haben. Denn Wünsche, die in einer Raunacht bei Vollmond ausgeschrieben werden, gehen angeblich in Erfüllung. Und als magisches Gefäß muss der alte Nachttopf (das Bodschamperl) herhalten. Dass gleichzeitig zwei Landstreicher und Taschendiebe auftauchen, ist für viele im Dorf eine Überraschung. Langfinger-Jann und sein Sohn bringen das Leben so mancher Personen gehörig durcheinander. Und ihr eigenes erst recht. Zufall? Schicksal? Oder hat der Spuk vom Dusterhoff seine Hand im Spiel?

Personen und Einsätze

Langfinger-Jann
Landstreicher, Taschendieb, im Kopf immer noch Kind, 40 – 60 Jahre (143)

Abstauber-Fritz
Sohn, ebenfalls Landstreicher, attraktiv, sympathisch,  25 – 40 Jahre (203)

Minna Sünnhoff
Bauerntochter, fesch und freundlich, 25 – 35 Jahre (159)

Gila
lustige, junge Frau, raucht, trinkt, schnupft, 20 – 35 Jahre (164)

Malz-Berni
Gilas Stiefvater, Braumeister, hart aber gerecht, 40 – 60 Jahre (83)

Heidi Amsel
Dorflehrerin, gebildet und korrekt, steif und bieder, 30 – 50 Jahre (90)

Tschacko
simpler, kräftiger, sympathischer  Brauknecht, 30 – 50 Jahre (69)

Gesine Sünnhoff
Minnas Mutter, Bäuerin, berechnend und forsch, 40 – 60 Jahre (69)

Bühnenbild

Eine dunkle Stube vom alten Dusterhoff, der seit Jahrzehnten unbewohnt ist. Der kleine Hof, einfach und heruntergekommen, steht seit fast dreißig Jahren leer, weshalb die Einrichtung seine beste Zeit schon gesehen hat.

Es gibt mindestens ein Fenster mit zerbrochenen Scheiben, das Dach ist undicht. Die Möbel sind zum Teil kaputt. Alles ist voller Staub und Spinnweben. Die Atmosphäre ist düster und gruselig. Es gibt einen alten Herd/Ofen zum Einheizen, Tisch, Stühle oder Bank, einen alten Schrank usw.

Im Raum sind drei Türen; eine führt nach draußen, eine in die Schlafzimmer und eine in den früheren Schweinestall.

Technik

Um den Eindruck des Spukens zu erwecken, sollten einige Tricks mit einfachen Mitteln erzeugt werden:

Ein umher stehender Besen muss immer mal wieder wie von Geisterhand umfallen; z. B. indem er durch ein Loch in der Wand umgeschmissen werden kann.

Gegenstände, wie der Nachttopf, müssen von alleine vom Schrank herunterfallen können (ebenso z. B. durch ein Loch in der Wand).

Der Schrank/die Anrichte sollte von hinten offen sein, so dass man ungesehen den Nachttopf platzieren und die Tür  ungesehen öffnen kann.

Die Stalltür sollte sich unbemerkt öffnen und wieder schließen lassen.

Ein leichter Luftzug weht manchmal durchs Zimmer (sichtbar durch wehende Vorhänge am kaputten Fenster).

Eine sichtbare Erscheinung irgendeiner Geisterfigur ist NICHT vorgesehen und auch nicht gewollt.

Leseprobe

Für dieses Stück steht Ihnen eine Leseprobe als PDF-Datei zum Anzeigen bzw. zum Download zur Verfügung.

Bestellinformationen

Besetzung:4w 4m Zeit:Irgendwann einmal auf dem Land Spielzeit:ca. 90 Min. Erschienen bei:Wilhelm-Köhler-Verlag, Rauschbergstr. 3a, 81825 München Link zum Verlag:www.wilhelm-koehler-verlag.de E-Mail:office@wilhelm-koehler-verlag.de